Ich mag die Zwischentöne im Alltag ganz besonders. Die, die ein Teil der Menschen gar nicht wahrnimmt oder erst viel später versteht. Oftmals sind spontane Sprüche das, was mich besonders aufhorchen lässt. Nicht jeder Mensch ist einfach zu jedem Zeitpunkt perfekt auf der Höhe bzw. das Gehirn ist einfach nicht immer hellwach. Das unterscheidet uns – Gott sei Dank – von der Künstlichen Intelligenz, die immer geleckt und – leider oftmals auch – geleckt emotionslos und rational reagiert.
Was wären wir also ohne diese Zwischentöne? Macht das nicht einen großen Teil des Menschen aus? Ist es nicht herrlich, über Situationskomik lachen zu können? Es fallen Zusammenhänge, mit denen kein Computer dieser Welt etwas anfangen kann – ich lache laut los, und der Rechner kommt einfach nicht drauf, warum ist das tue. Solange das so ist, ist für mich noch nicht alles verloren!
Ein Beispiel aus meinem Alltag: Mein Blick schweift über die spiegelglatte Elbe an einem herrlichen Frühlingstag. Es ist wirklich still, kein Lüftchen, kein Vöglein, kein Motor eines Schiffes im Hintergrund. Ich stehe also am Elbufer, schaue über das Wasser und höre dazu aus meinem Rücken einen wunderschönen Kommentar. Er lautet, ich zitiere: „Schau doch mal, wie still es hier ist!“ – ich kratze mich am Hinterkopf, es zeichnet sich ein breites Grinsen auf meinem Gesicht ab und ich muss unvermittelt loslachen. Ich liebe Metaphern, nur ist das hier irgendwie aus den Fugen geraten.

Leider bin ich sprachlich dann nicht schlagfertig genug und konnte prompt nicht die ideale Antwort geben. Aber mittlerweile, beim Schreiben dieser Zeilen, hätte ich sie parat. Die beste Antwort auf diese wunderschöne Bemerkung beim Blick auf das Elbwasser wäre gewesen: „Ja, ich höre auch gerade, wie toll die Aussicht ist!“
Der Alltag ist ernst genug – heute schon blödsinnige Metaphern ausprobiert?
Das ist deine Hausaufgabe für die nächste Woche!
Beste Grüße
Sascha