Einleiten möchte ich mit dem allseits bekannten Zitat des deutschen Journalisten und Lyrikers Otto Julius Bierbaum: „Humor ist, wenn man trotzdem lacht.“
Ich finde, auch wenn Bierbaum bereits im Jahr 1910 verstorben ist und der Satz damit längst einige Flugstunden auf dem Buckel hat, gilt er nach wie vor – in Zeiten, in denen die Welt rauer geworden ist, vielleicht mehr denn je.
Journalistische Qualität ist für mich auch immer mit der richtigen Prise Humor verbunden. An dieser Stelle empfehle ich, die Sketche-Sammlung von Altmeister Loriot aus dem Regal zu holen und es in der Praxis zu studieren. Bei Loriot sitzt einfach jedes Wort.
Was wäre die deutsche Nachkriegskultur ohne zeitlose Sätze wie:
„In Bozen liegen die Waschräume separat.“
„Wenn meine Gattin Klöße zubereitet, sind sie leicht und bekömmlich.“
„Mein Name ist Lohse, ich kaufe hier ein.“
„Die Ente bleibt draußen.“
Wenn es um Humor geht, darf auch der große Heinz Erhardt nicht fehlen, bei mir steht daher auch das eine oder andere Buch (siehe Foto) zu seiner Person im Regal. An dieser Stelle daher auch kurze, prägnante Lyrik (Zitat):
„Fußball. Vierundvierzig Beine rasen durch die Gegend ohne Ziel, und weil sie so rasen müssen, nennt man das ein Rasenspiel.“
Zurück zu mir: In meiner fast 15-jährigen Tätigkeit für eine lokale Wochenzeitung habe ich eine wöchentliche Kolumne geschrieben, in der der Humor für mich ebenfalls immer an erster Stelle stand. In dieser Zeit dürften als weit mehr als 700 Beiträge meinerseits abgedruckt worden sein. Nicht immer hat alles einen großartigen Spannungsbogen, nicht immer ergibt sich ein Aufhänger … aber jedes Mal fühle ich mich dabei kreativ herausgefordert, einer Geschichte einen Dreh zu geben, der die Leute schmunzeln lässt.
Mit dieser Website erfülle ich mir zugleich daher einen eigenen Wunsch: Kolumnen zu schreiben und den Humor niemals aus den Augen zu verlieren.
In diesem Sinne, bleib heiter.
Nicht zwangsläufig müssen im Bücherregal nur Werke wie die Iphigenie auf Tauris oder der Schimmelreiter stehen. Ich ertappe mich dabei, dass ich vor allem gern zu Humoristen greife.
Im Foto darf der Blick aber natürlich auch auf das Werk ganz links schweifen. Wer die fantasiereichen Ideen von Michael Ende in der unendlichen Geschichte ebenfalls nie gelesen hat, verpasst meiner Meinung nach etwas. Es lohnt sich!