„Entschuldigen Sie …“

Was wäre das Leben ohne die menschliche Interaktion? Gerade beim Shopping lassen sich Dinge erleben, ohne die der Alltag einfach viel trister wäre. Die heutige Ausgabe meiner kleinen, humorvollen Rubrik macht daher – durch die Hintertür – deutlich, was dir entgeht, wenn du deine Einkäufe nur noch über den Versandweg bestellst. Meine wahre Geschichte geht so …

Eines morgens schlendere ich durch die Weiten der Hamburger Einkaufswelten. Ich gebe zu, es ist früh, ich bin noch nicht ganz wach, es musste zunächst einmal ein dunkler, schwarzer Kaffee her. Aber, ich war an diesem Tag auch bereits erfolgreich: Mein Abstecher in der Einkaufspassage führte immerhin dazu, dass ich das erste Utensil erfolgreich ergattert hatte und es nun unter meinem Arm mit mir trug.

Zwischen den Zeilen hast du vielleicht schon bemerkt, dass ich sogar an die Nachhaltigkeit beim Einkaufen gedacht hatte, denn ich entschied an der Kasse, dass ich keine Tüte wollte, auch keine aus Papier. Ich dachte mir, ich habe bisher genau ein einziges Kleidungsstück geshoppt, das klemme ich mir einfach unter den Arm. Gesagt … getan!

Ich verließ gerade die große Drehtür der Passage als es hinter mir unvermittelt lauter wurde. Eine ältere Dame sprach mich an und sagte: „Entschuldigen Sie, Sie haben da noch einen Preiszettel hängen.“ Ich wusste gar nicht, wie mir geschah und antworte: „Ja, klar. Ich habe die Hose ja auch gerade gekauft.“ Herrlich. Die Dame guckte irritiert, ich merkte, wie ihr Hirn zu arbeiten begann, meine Antwort aber noch nicht einordnen konnte. Ich denke, es kam der Seniorin einfach nicht in den Sinn, dass der Herr Ende 40 gar keine Einkaufstüte mit sich herumtrug. Sie dachte, ich hätte ein Kleidungsstück direkt angezogen und dabei vergessen, das Preisschild zu entfernen (siehe Foto).

Auf einem Holztisch liegt hinten eine neue Hose, an der vorne noch das Preisschild (rot) zu sehen ist, im Vordergrund steht ein großer Pott Kaffee.
Wer einen Einkaufsbummel macht, kann etwas erleben. Nach meiner menschlichen Interaktion brauchte ich erst einmal einen großen Pott duftenden Kaffee.

Einige Sekunden vergingen, dann machte die junge Begleiterin der älteren Dame eine Handbewegung, die die Seniorin zum Einlenken veranlasste. Die jüngere Frau hatte die Lage wohl nun geblickt und bemühte sich um Schadensbegrenzung. Eigentlich war ja gar kein Schaden entstanden, ich fand es eher amüsant. Aber hinter mir setzte nun die Aufklärung ein und es wurde verdeutlicht, dass der Herr sich seinen Einkauf (samt Preisschild) wirklich einfach unter den Arm geklemmt hatte. Das soll es doch tatsächlich geben!

Shoppst du schon?
Ich hoffe, im stationären Handel … denn es lohnt sich!
Sascha