Meiner Ansicht nach gibt es im Laufe eines Tages kaum einen Moment, der mehr Vorhersagekraft hat, als der Morgen im Bad. Anhand der Frühschicht samt der allmorgendlichen Rituale lässt sich wunderbar ablesen, wie die nächsten 24 Stunden sich gestalten werden. Wer also schon zu diesem Zeitpunkt jedes Fettnäpfchen mitnimmt, könnte den Tag vielleicht mit den Worten überschreiben: „Besser wird es heute nicht mehr!“. Es soll aber natürlich auch Menschen geben, die nach der morgendlichen Dusche richtig aufblühen und voller Tatendrang wegarbeiten, was sich auf dem To-do-Zettel angesammelt hat. Vielleicht liegt die Wahrheit auch wieder einmal irgendwo in der Mitte? Welcher „Morgen-Typ“ bist du?
Schlimme Dinge, die schon morgens im Bad die Stimmung killen können sind bspw.: Zahnpasta, die sich über das frisch aus der Wäsche geholte T-Shirt verteilt oder auch plötzlich leere Tuben irgendeines Pflegeprodukts, bei dem man einfach gar nicht gemerkt hatte, dass das Ende der Fahnenstange bereits erreicht ist. Du kennst das sicher? Schlimm kann es natürlich auch einfach sein, wenn jemand vor dem ersten Kaffee schon einen Roman abspult und dich zutextet, du aber schlicht und einfach noch gar nicht im Modus „aufnahmefähig“ angekommen bist.

Wie passt das zum heutigen Foto der Kundenkarte, die eine Schere ziert? Ich verrate es dir gern: Eigene Dusseligkeiten am Morgen lassen sich dann besonders gut erkennen, wenn die Standardrituale durch Einträge im Kalender jäh durcheinander gewirbelt werden. In meinem Beispiel ist es ein Termin beim Friseur. Das ist ja eigentlich keine große Sache, kann sich im Bad am Morgen aber tatsächlich zu einem riesigen Problem entwickeln. Nehmen wir mein Paradebeispiel: Es gilt, sich aufgrund des Friseurtermins etwas zu merken. In meinem Fall: Ich bin zu einem sogenannten Trockenschnitt angemeldet, mein morgendlicher Ablauf sieht aber vor, dass ich nach dem Duschen immer etwas Haargel benutze.
Die Schwierigkeit liegt auf der Hand: Es gilt also, am Morgen im Bad schon so viel Hirn eingeschaltet zu haben, dass reflexartige Handlungen gestoppt werden können. Es geht darum, dem Kopf rechtzeitig nach der Dusche zu sagen: Nach dem Abtrocknen nun nicht – wie immer – zur Tube mit dem Haargel greifen, du möchtest ja zum Friseur! So eine klitzekleine Regieanweisung kann ja schon zu einer echten Aufgabe werden. Schließlich sind alle Abläufe seit Jahr und Tag einstudiert, dabei werden die grauen Zellen so wenig belastet, wie zu Beginn des Tages nötig. Und schwups … eh man sich versieht, ist doch Haargel im Haar! Ein Traum. Die Lösung liegt auf der Hand … der ganze Zirkus beginnt von vorne! Also … erneut in die Dusche und das Haargel auswaschen, damit für den Friseurtermin alles sauber und am Start ist.
Wenn alle Synapsen nun wachgeworden sind, sollte sich ergeben, dass kein dritter Gang unter die Dusche nötig ist. Die Betonung liegt auf dem Wörtchen „wenn“. Mitunter kann sich das Spiel im Bad dann aber auch hinziehen. Welche Dusseligkeiten fallen dir spontan dazu ein?
Einen guten Start in den Tag wünscht dir
Sascha