Die heutigen Zeilen gehen an eine kleine, aber feine Fan-Base raus. Es beginnt bereits bei der Überschrift, derer ich mich kaum erwehren konnte. Der Hintergrund: Vor vielen, vielen Jahren schrieb ich bereits eine Kolumne unter genau diesem Titel – und sie ist damit wohl zu einer meiner Beiträge geworden, die über die Zeit hinweg das größte Feedback verursacht haben.
Warum? Eine gute Frage! Nein, Scherz beiseite. Ich vermute es so: Damals hatte sich schlicht und ergreifend noch nicht überall herumgesprochen, dass die von der Nahrungsmittelindustrie vorproduzierten Weihnachtswaren immer um die letzten Tage des Augusts im Supermarkt auftauchen. Das ist also genau dann, wenn es draußen sein kann, dass schnuckelige 33 Grad den Hochsommer abrunden. Wen gelüstet es da nicht, herzhaft (bitte das Wort noch einmal auf der Zunge zergehen lassen und dann das Bild betrachten, Herz … ist klar, oder?) in ein leckeres Lebkuchenherz zu beißen?

Mit Sebastian hat sich beispielsweise über die Jahre eine kleine Challenge entwickelt. Er war nicht nur seinerzeit derjenige, der als einer der Ersten den Spruch prägte: „Aber jetzt sind sie noch frisch!“, sondern er scannt auch seither zuverlässig im August die Supermarktregale, damit ich rund um die Christstollen, Lebkuchen & Co. auf dem Laufenden bin. Danke für diesen Service! Ja, ich gebe zudem gern zu, dass mich seine Christstollen-Entdeckung anno 2025 im Supermarkt schon zwei Tage vor meiner heutigen Kolumne erreicht hat.
Wie wir das Blatt also drehen oder wenden, es steht fest: Es wurde wieder aufgepackt! Nach wie vor bin ich der festen Überzeugung, dass hier die Hebel von Nachfrage und Angebot greifen. Würden die Weihnachtswaren zu dieser Jahreszeit nicht gekauft, lägen sie vermutlich auch nicht in Gänze aus. Wobei auch die Vermutung naheliegt, dass die Hersteller ihre Lagerflächen gern anderweitig wieder nutzen möchten. Was aus dem Lager schon einmal raus ist, ist eben raus! Dann kann es ja eigentlich auch direkt in die Regale. Oder etwa nicht?
Weil es eine gewisse Tradition geworden ist, lade ich wieder herzlich zu „meiner Challenge“ ein: Wir verspeisen keinen einzigen Lebkuchen, keinen Spekulatiuskeks, kein Marzipanbrot (das ist schon eine Herausforderung …) vor dem Ersten Advent. Wer ist denn dieses Jahr dabei, wer hält sich ebenso zurück? Ich kann nur sagen: Es lohnt sich! Schließlich ist es vier Wochen vor Heiligabend dann ein besonders schönes Gefühl, erstmals in ein gefülltes Lebkuchenherz zu beißen. Da schlägt Weihnachten dann vollends durch und die Tüte ist im Nu geleert! Zu dieser Jahreszeit soll es dann auch schon wieder Glühwein geben, der dazu auch hervorragend mundet, hörte ich. Daher: Join the team „Verzicht bis zum Advent“!
Vielleicht gibt es aber nun sogar eine pfiffige Leserin bzw. einen cleveren Leser, die bzw. der eine Crossover-Variante auf den Markt wirft? Ich meine, wäre es anno 2025 nicht Zeit dafür, einen sommerlichen Nachtisch oder einen sommerlichen Drink zu entwickeln, der sich um die Geschmacksnuancen der Lebkuchen erweitert? Aperol mit Zimtnote und Weihnachtsdeko fiele mir dazu spontan ein. Nicht? Eher eine sommerliche Torte mit Lebkuchen-Topping? Wer weiß, vielleicht macht das wirklich jemand. Dann spendiere ich einen Preis.
In diesem Sinne … Weihnachten ist noch etwas hin!
Sascha