Wenn einer eine Reise tut … Part 1

Die heutigen Zeilen sind ein ganz kleiner Ausflug in eine Art Reise-Blog. Aber keine Sorge, ich werde die Kolumnen allenfalls hier und da mit etwas Stoff dazu anreichern, aktuell plane ich nicht, komplett auf das Schreiben über Erlebnisse in aller Welt umzustellen, das mache ich dann mit 70 Jahren.

Widmen wir uns zunächst der Dialektik rund um das weltweite Umweltbewusstsein. Wer mich kennt, mag schon einmal die Aussage von mir gehört haben: „Es ist zwar aller Ehren wert, dass wir hierzulande eine ausgeprägte Ader für Nachhaltigkeit haben und schon seit Jahrzehnten den Müll in Deutschland trennen, recyceln und, und, und. ABER: Wenn viele Milliarden Menschen auf dieser Welt dabei nicht mitmachen, befinden wir uns in einem Hamsterrad. So wird das nichts!“

Nehmen wir als Beispiel einmal einen ganz kleinen Ausschnitt: Die Verpflegung an Bord einen Langstreckenflugs (siehe Foto). Erst einmal finde ich es ja schön, dass dieser Service in Zeiten des Preiskampfes der Airlines noch nicht ausgestorben ist – so weit, so gut. Es ist aber spannend zu beobachten, wie sich hier in Teilen offenbar das Thema Umwelt durchgesetzt hat, in anderen Teilen aber auch wiederum nicht. 

Betrachten wir dazu die kleine Versuchsanordnung aus dem Bild genauer: Es gibt beispielsweise Besteck aus Holz, das sogar in eine Papiertüte eingepackt war. Gelebte Nachhaltigkeit! Dann ist aber andererseits auch sehr vieles in Plastik eingeschweißt. Warum? Insbesondere bei den Getränken wird es spannend: Wie auf dem Foto auch zu sehen ist, gönne ich mir ein sehr ungesundes, zuckerhaltiges Koffeingetränk. Das kommt natürlich mit einem kleinen Plastikbecher daher. Ich kann nur so viel dazu sagen: Es gab im Laufe der Stunden an Bord sehr, sehr, sehr, sehr viele dieser Plastikbecher. Wenn man die Anzahl auf alle Passagiere hochrechnet, kommt da eine gelebte Nachhaltigkeit von 0,0 heraus. Das verstehe ich nun wiederum nicht! Zumal der Kaffee (nicht im Bild) dann später in einem Pappbecher serviert wurde. Leider konnte ich dem Aufdruck des Gefäßes aber nicht entnehmen, ob es ein reiner Pappbecher war oder er Anteile von Plastik enthielt. Schade!

Schon dieser kleine Ausschnitt bringt das Thema Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein auf den Punkt. Dieser kleine Mikrokosmos lässt sich auf die große Welt übertragen: Die Abstufungen, die hier gemacht werden, sind es auch im großen Stil. Es gibt Länder, in denen wird schon sehr viel Wert auf die Mülltrennung und die Nachhaltigkeit gelegt, es gibt aber auch Länder da landet der Abfall abends in einem großen Sack. Die Kardinalfrage lautet: Wie kann dieses System jemals zusammenwachsen?

Ein entspanntes Wochenende wünscht
Sascha