Jetzt haben die Bastian Bielendorfers der Mathematik unter euch schon frohlockt, weil sie eine Kolumne erwarten, in der es um die Kniffe in Algebra, den Trick bei den binomischen Formeln bzw. komplexe Zahlensysteme mit vierdimensionalen Räumen geht – by the way, wie genau muss ich mir einen vierdimensionalen Raum vorstellen? Antworten bitte direkt an mich. Aber … das ist für heute alles kalter Kaffee, es geht gar nicht um die Mathematik! Wer mich etwas näher kennt, weiß, dass ich mich eine Kolumne mit mathematischem Bezug nur dann traue, wenn sichergestellt ist, dass vorher irgendwo vom Profi alles überprüft wurde. Ansonsten bleibt es für mich ein Buch mit sieben Siegeln.
Mit welchem Thema beschäftigen wir uns aber dann heute? Mit Blick auf die im Oktober vorherrschende Jahreszeit kann fast nur ein Gartenutensil in den Fokus rücken, das einen ähnlichen Namen hat. Ich werde auch nicht müde, im Zeitalter der Laubblasgeräte alljährlich auf dieses Schmuckstück hinzuweisen, das so einfach wie simpel funktioniert und auf diesen besonderen Namen hört. Wer hat es schon erkannt? Das Foto verrät es eh! Wie heißt unser heutiger Zeitgenosse? Der Rechen natürlich! Ein Wort, das in Zeiten von „Das crazy“ unweigerlich aussterben wird.

Ich gehe sogar so weit, zu behaupten, dass es im Falle einer willkürlichen Umfrage dazu käme, dass ein sehr hoher Prozentsatz der Befragten die Bezeichnung für das Gerät nicht wüsste – und zwar entsprechend der Altersgruppen. Je jünger die Teilnehmenden, desto wahrscheinlicher ist meiner Meinung nach, dass es keine korrekte Antwort geben wird. Das wäre in etwa umgekehrt proportional zu einem neudeutschen Wort wie „Reel“. Hier wäre es nun wiederum so, dass je älter die Befragten sind, desto weniger richtige Antworten dabei herauskämen. Bei der Frage „Wie kehrst du denn vor der Tür das Herbstlaub zusammen?“ ergäben sich vermutlich viele Antworten die eine Harke in den Mittelpunkt stellten.
Es sei übrigens nachgeschoben, dass die Antwort „gar nicht“ nicht gilt. Schließlich ist auch im Herbst für die Sicherheit des Bürgersteigs zu sorgen. Auf einer besonders nassen Schicht aus tausenden von Blättern soll sich durchaus die eine oder andere Person bereits sämtliche Gräten gebrochen haben. Das gilt es zu verhindern! Was uns unweigerlich an den Winter erinnert, wenn dann wieder Streugut und Schneeschieber gefordert sind. Natürlich steht der Einsatz diesbezüglich mehr und mehr auf der Kippe – dem Klimawandel sei dank. Das ist vielleicht der einzige Punkt, den ich nun gar nicht so schlimm an den Veränderungen des Wetters in hiesigen Breiten finde. Das Schneeschippen kann ja auch ein absoluter Zeitfresser werden.
Wer hatte nun die Rechnung ohne den Rechen gemacht?
Sascha