Ist das nicht eine wirklich herzliche Begrüßung? Stell dir vor, ich beginne eine Kolumne mit diesen Worten. Schnell taucht bei dir sicher die Frage auf, ob du überhaupt Interesse daran hast, dich weiter mit so einer ungehobelten Art zu befassen und deine Lebenszeit dafür zu verschwenden. Ganz meine Meinung!
Eine der größten Baustellen des Digitalzeitalters wird hier offenbar: Das Gerät ist jeweils immer nur so gut, wie die bzw. der Computerspezialist bzw. -spezialistin dahinter. In diesem Fall handelt es sich bei der modernen Technik übrigens um eine Schrankenanlage (siehe Foto). Ich bin frohen Mutes an die moderne Konstruktion herangefahren, in der Hoffnung, mir wird aufgetan, werde dann aber genau von dieser Meldung auf dem Display begrüßt: „Anwesenheit falsch!“. Herrje! Gründe werden natürlich nicht weiter genannt, Erklärungen, Erläuterungen? Fehlanzeige! Die Schranke öffnet sich durch einen Druck auf die Taste aufgrund der Meldung selbstverständlich nicht. Was bleibt? Mit dem Automobil zurücksetzen und die andere Schrankenanlage nutzen – die gibt es immerhin, sodass ich doch noch ans Ziel gelange.

Als Spiegelbild unserer Zeit stelle ich allerdings fest, dass es haufenweise unfreundliche Geräte gibt, die niemals eine anständige Zeile Text gesehen haben. Warum? Das frage ich mich auch! Es ist doch ein gar nicht so großer Aufwand, einmal jemanden, der sich damit auskennt, zu bitten, kurz die Texte für die Meldungen auf dem Display anzupassen. Aber auch hier dürfte der Kostendruck regieren, so etwas wird gnadenlos eingespart, auf Kosten der Benutzungsfreundlichkeit. Es ist doch klar, was Phase ist: Deine Anwesenheit ist hier falsch! Da gibt es doch gar keine zwei Meinungen! Warum muss das textlich denn besser formuliert werden, nicht wahr?
Geldautomaten hierzulande finde ich per se übrigens ebenfalls textlich recht unfreundlich. In vielen Fällen ziert der Schriftzug „Karte eingeben“ das Display. Warum? –Auch hier stelle ich mir diese Frage! Das kleine Wörtchen „bitte“ fände ich schon ganz nett. Die Kür wäre natürlich, den Schriftzug im Deutschen noch besser zu übersetzen. „Karte einführen“ wäre schon ein Schritt in die richtige Richtung. „Bitte die Karte einführen“ fände ich auch richtig gut. Oder wie wäre es sogar mit: „Ihre Karte, bitte.“ Nicht auszudenken, dann wäre der Automat direkt höflich zu mir. Sollte ein Gerät höflich sein? Ich finde … ja! Das hat ja sogar das Unternehmen verstanden, das mit der KI um die Ecke kam … stinkfreundlich ist die KI immer, selbst dann, wenn sie einen Fehler gemacht hat. Immerhin, oder?
Fazit: Hier ist Luft nach oben! Vielleicht ist dann auch irgendwann einmal meine Anwesenheit vor der Schrankenanlage nicht mehr falsch …
Starte gut ins neue Jahr
Sascha