Staubsauger? O wie ich dich hasse!

Dies wird endlich die schon mein Leben lang überfällige Anti-Ode auf das Ungetüm, das im Haushalt den Staub aus den Ecken holt. Warum ich genau heute darüber schreibe? Manchmal ist es verrückt: Ich erwähnte jüngst im Büro einen Satz, den ich offenbar lange nicht mehr in den Mund genommen hatte, den ich aber aus vollem Herzen schon immer für wahr halte. Ich sagte: „Staubsaugen ist für mich im Haushalt die schrecklichste aller Zeitverschwendungen, die es überhaupt gibt!“

Was dann passierte, war nicht ganz absehbar. Gleich mehrere Personen gaben mir einen Daumen rauf, es wurde gelacht, die Stimmung war köstlich. Selbstverständlich dauerte es nicht lange und eine ganze Reihe niederer Tätigkeiten der Hausarbeit wurden in den Raum geworfen, sodass das Lineup der Plätze 2–10 an ätzenden Aktionen im Haushalt sehr schnell aufgestellt war. Ich meine, wer wäscht schon gern ab? Wer bügelt denn gern bzw. überhaupt noch? Es ist irre, wie schnell Dinge aus der Hausarbeit auf den Plan kommen, die einfach gemacht werden müssen, aber sich am Ende des Tages auch als echte Zeitkiller entpuppen können.

Der hintere Teil eines handelsüblichen Staubsaugers, schon etwas in die Jahre gekommen, mit Kratzern und Spuren. Aber auch der Rüssel ist zu sehen und leistet immer noch beste Dienste.
Ist das Staubsaugen nicht eine der dämlichsten Tätigkeiten, mit der man seine Zeit totschlagen kann? Ich frage für einen Freund.

Kehren wir aber zu Mr. Dustbuster zurück. Ich würde sagen, dass ich ihn notgedrungen dann in die Hand nehme, wenn mich die Staubflocken wirklich schon angrinsen und stören bzw., wenn ich bei Gästinnen und Gästen einen einigermaßen aufgeräumten Eindruck hinterlassen möchte. Dann schwinge ich den Rüssel des Monsters, jage Kilowattstunden durch die Leitung und mache es in den eigenen vier Wänden sauberer – zumindest gefühlt.

Denn ein Thema rund um die Hausarbeit – und gerade auch das Staubsaugen – lässt sich ja nicht wegdiskutieren: Hat man eine Session absolviert und ist sich sicher, dabei eigentlich auch jeden Raum mitgenommen zu haben, setzt man sich bei einem Kaffee an den Tisch, betrachtet sein Werk und kommt dann zu einem folgenschweren Schluss: Morgen sieht alles wieder wie vorher aus und du kannst wieder bei A anfangen. Ist das nicht herrlich?

Zum Abschluss, Fans meiner Kolumne wissen es, fällt daher aus ewiger Verbeugung vor dem Großmeister das Zitat der Zitate, das an dieser Stelle nicht fehlen darf. Nehmen wir es mit Humor und sagen es mit Loriot: „Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur blasen kann.“

Staubsaugerfreies Wochenende
Sascha